Blockheizkraftwerk senkt Kosten

Weniger Kosten und Entlastung der Umwelt: Das sind die neuen, grünen Attribute, die das Celler Badeland künftig auszeichnen.

Möglich wird dies durch ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW), das im Sommer vergangenen Jahres im Badeland installiert worden ist. Zudem wurde ein bereits vorhandenes überholt.
Bisher war es so, dass das alte Blockheizkraftwerk schon Strom produziert hat, aber dieser Strom ist komplett ins Netz eingespeist worden. Wir haben für diese Stromproduktion eine Vergütung
bekommen. Nun produzieren wir mehr Strom als im Badeland verbraucht wird. Den mehr produzierten Strom speisen wir nach wie vor ins Stromnetz ein”, erklärt Betriebsleiter Matthias Gaupp.

Stadtwerke-Badeland-3Auch die Abwärme, die das BHKW produziert, wird im Bad genutzt: für warmes Duschwasser, zur Erwärmung der Raumluft, für warmes Badewasser. „Auf diese Art senken wir natürlich unsere eigenen Betriebskosten ganz erheblich, weil wir weniger Strom zukaufen müssen als bisher.“ Durch diese Umstellung entsteht ein Einsparpotenzial bei den jährlichen Energiekosten in Höhe von 100.000 Euro pro Jahr. In öffentlichen Schwimmbädern werden Strom und Wärme oft gleichzeitig in größeren Mengen benötigt. BHKW‘s stellen diese beiden Energieformen gleichzeitig bereit, denn sie sind kompakte Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung. Sie erzeugen aus einem flüssigen oder gasförmigen Brennstoff über Verbrennungsmotoren mechanische Energie und wandeln diese in Strom um. Die Abwärme, die auf diese Art entsteht – durch Motorkühlung, Schmiermittelkreislauf und Abgaswärme – wird über Wärmetauscher zur Gebäudebeheizung, Beckenwassererwärmung und Warmwasserbereitung genutzt.
Der nicht selbst genutzte Strom wird in das Netz des öffentlichen Stromversorgers eingespeist.

Zu sehen bekommen Badegäste von der modernen Technik an sich relativ wenig. Einzig die beiden Pufferwärmespeicher fallen Gästen ins Auge. Jeder dieser Speicher ist zehn Meter hoch und hat einen Durchmesser von rund drei Metern. „Dort wird praktisch der Wärmeüberschuss zwischengelagert“, erklärt Gaupp weiter. Und auch für diesen Speicher erhält das Badeland eine Vergütung.

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Nachhaltige Geldanlage für Celler Bürger

stadtwerke-celle-thomas-edathy-portraitDie Stadtwerke Celle GmbH kommt ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft nach, indem sie den Klimaschutz fördert und in regenerative Energiegewinnung investiert. Was Celler Bürger
davon haben, erklärt Geschäftsführer Thomas Edathy.

Die Stadtwerke Celle GmbH investieren in nachhaltige Energiegewinnung. Warum?
Als zu 100 Prozent kommunales Stadtwerk haben wir uns der Nachhaltigkeit verpflichtet und bieten ausschließlich zertifizierten Ökostrom an. Eine wichtige Voraussetzung für das Zertifikat ist, dass die Stadtwerke in Celle tatsächlich auch in erneuerbare Energien – zum Beispiel Photovoltaik – investieren.

Grün ist nicht nur die Hausfarbe, sondern auch der Strom zu 100 Prozent. Wirklich?
Zusätzlich zu dem extern beschafften, zertifizierten Ökostrom ist es ein wichtiges Ziel der Stadtwerke Celle, den mit den Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) erzeugten Strom auch direkt in den Gebäuden zu verbrauchen, auf denen die PV-Anlagen installiert sind.

Wer profitiert davon?
Die Stadt hat Pachteinnahmen durch die Verpachtung von Dächern an die Stadtwerke. Die Stadtwerke wiederum haben ein neues Geschäftsfeld und können den selbst erzeugten Ökostrom direkt vermarkten. Die Bürger erhalten eine Verzinsung von 1,55 Prozent für ihre Geldanlage und sogar 2,25 Prozent, wenn sie Strom- oder Gaskunde der Stadtwerke sind. Und nicht zuletzt profitiert die Umwelt wegen der erheblichen Einsparung von Kohlendyoxid (CO2).
Zum Beispiel werden 136.298 Kilogramm CO2 pro Jahr allein durch die PV-Anlage eingespart, die auf dem Dach des Park-and-Ride-Parkhauses neben dem Celler Bahnhof installiert wird. Bürgerschaft, Stadt und Stadtwerke schaffen also Hand in Hand ein starkes Stück nachhaltiges Celle.

Erfahren Anleger, auf welchem Dach „ihre“ Photovoltaik-Anlage Strom produziert?
Selbstverständlich werden die Stadtwerke sowohl auf der Homepage als auch in den Kundenmagazinen regelmäßig über den Projektfortschritt berichten und die Anleger auf dem Laufenden halten. Positiv für die Anleger ist, dass sie eine feste Verzinsung erhalten, egal, ob die PVAnlagen Strom produzieren oder nicht.

In welchen Größenordnungen soll künftig Ökostrom in Celle produziert werden?
Am 5. Februar startete das Bürgerdarlehen der Stadtwerke Celle und bewirkte eine regelrechte Beteiligungswelle bei den Celler Bürgern. Innerhalb von zwei Wochen sind zwei Millionen Euro für die Energiewende vor Ort zusammengekommen. Wir sind über die große Unterstützung sehr erfreut und bedanken uns für den großen Zuspruch und das Vertrauen. Die ursprünglich für dieses Jahr geplanten Photovoltaik-Investitionen von einer Million Euro werden daher jetzt nach Zustimmung des Aufsichtsrats entsprechend erhöht.
Interview: Katja Müller

Steuerlicher Querverbund

Mit einem modernen Blockheizkraftwerk effizient Strom und Wärme produzieren und auf diese Art Energiekosten erheblich reduzieren, ist nur der eine Teil der Kostenersparnis, den die Stadtwerke Celle nun auf Weg gebracht haben. Zugleich ist diese Maßnahme ein wichtiger Bestandteil, um zukünftig wieder den so genannten steuerlichen Querverbund sicher zu stellen. Voraussetzung für den steuerlichen Querverbund ist eine enge technischwirtschaftliche Verflechtung zwischen dem Celler Badeland und der Stromversorgungssparte. Dadurch, dass die Stadtwerke Celle wieder selbst Anbieter von Strom geworden sind, soll es zukünftig wieder möglich werden, die Betriebsergebnisse von Bädersparte und Versorgungssparte miteinander steuerlich zu verrechnen und steuerlichen
Vorteile zu generieren. Durch diese steuerlichen Vorteile sollen zukünftig höhere Ausschüttungen der Stadtwerke an die Stadt Celle ermöglicht werden – wovon dann letztendlich auch der Celler Bürger profitiert. (cz)