Wasserversorgung

Wie die Wasserversorgung in der Stadt Celle in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung um 1290 an der Aller aussah, wissen wir nicht. Zu vermuten ist aufgrund von Ausgrabungen aus ältester Zeit, dass die Wasserversorgung zunächst aus dem Grundwasser erfolgte.

Öffentliche und private Grundwasserbrunnen, sogenannte „Zuckbrunnen“ oder „Zucken“, dienten der Trinkwasserversorgung und auch für Feuerlöschzwecke.

Um 1530 wurde durch Herzog „Ernst der Bekenner“ die erste „Wasserkunst“ gegründet. Diese stellte mit einer Pumpanlage und einem Röhrensystem eine Oberflächenwasserversorgung aus der Aller dar, die letztlich bis in unser Jahrhundert hinein Bestand hatte.

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Gegenüber dem Grundwasser hatte das Flusswasser viele Vorteile. Es war leichter verfügbar, wegen des großen Regenanteils weicher (kalkärmer), eisenärmer und daher geschmacklich besser als Grundwasser.

Ende des 19. Jahrhunderts waren die Gewässer, aus denen Trinkwasser entnommen wurde, vielfach verseucht.

Im Jahre 1900 veranlasste der Celler Magistrat den Bau eines Wasserwerks in Garßen.

In Garßen bot ein großes Grundwasserreservoir gute Förderbedingungen. Noch heute wird die Celler Bevölkerung von diesem Wasserwerk versorgt. Die Reinwasserförderung stieg von 193.000 Kubikmeter (m³) im Jahre 1900 auf heute (2010) 4,7 Millionen m³. Dank ausreichender Grundwasservorkommen und der vorausschauenden Planung des Wasserwerks konnte der ständig steigende Bedarf an Trinkwasser gedeckt werden. Und die Qualität ist noch genauso gut wie vor 110 Jahren.

Da die Grundwasserströme unter waldreichen Gebieten mit wenig landwirtschaftlich genutzten Flächen verlaufen, besteht keine Gefahr, dass die Qualität des Trinkwassers durch Überdüngung beeinträchtigt wird.

Das Trinkwasserschutzgebiet umfasst eine Fläche von ca. 136 km² und erstreckt sich in Fließrichtung des Grundwassers von Queloh/Starkshorn bis Celle/Vorwerk und in der Breite von Klosterhof Salinenmoor bis Habighorst.

Vom Roh- zum Grundwasser

Das Grundwasser wird aus 16 Brunnen mit einer Tiefe von ca. 70 Metern gefördert. Dieses Wasser hat nahezu Trinkwasserqualität. Das Rohwasser löst beim Durchfließen der Bodenschichten Eisen, Mangan und Kohlensäure – Stoffe, die zwar nicht gesundheitsschädlich, aber trotzdem unerwünscht sind: Carbonate und Oxide des Eisens und Mangans bilden Ablagerungen in den Rohrleitungen, die, wieder gelöst, in der Wäsche braune Flecken verursachen können. Daher wird das Wasser in der Trinkwasseraufbereitung von Mangan und Eisen befreit. Im Wasserwerk gibt es dafür drei Filterhäuser mit jeweils fünf Filterbecken. Bis zu 1500 m³ Wasser können hier in einer Stunde aufbereitet werden.

Filterbecken

Das Wasser sickert im Kiesfilter ab. Dabei hält der Kies die Eisen- und Manganteilchen zurück. Das aufbereitete Wasser wird nun in den Reinwasserbehälter geleitet, der 10.000 m³ Wasser speichert. Bis zu 8 Pumpen können geschaltet werden, um die Celler Bevölkerung über das 420 Kilometer lange Leitungsnetz mit Trinkwasser zu versorgen.

Beste Qualität

Regelmäßige Wasserproben, chemische und bakteriologische Untersuchungen garantieren beste Wasserqualität. Wer in Celle seinen Wasserhahn aufdreht, erhält ein einwandfreies Lebensmittel. Es ist klar, farb- und geruchlos sowie hygienisch einwandfrei. Jeder kann das Wasser so, wie es aus der Leitung kommt, bedenkenlos trinken.

Heute versorgen die Stadtwerke – mit Ausnahme des Stadtteils Alvern – das gesamte Stadtgebiet sowie über die SVO Energie GmbH die Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel mit Trinkwasser. Innerhalb des Versorgungsgebietes der Stadt Celle leben zur Zeit ca. 71.000 Einwohner, die aus dem Wasserwerk Garßen mit ca. 4,7 Millionen m³ Wasser pro Jahr versorgt werden.

Historie

Historie der Celler Wasserversorung bis zum Bau des Wasserwerkes Garßen 1900

Wie die Wasserversorgung in der Stadt Celle in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung um 1290 an der Aller aussah, wissen wir nicht. Zu vermuten ist aufgrund von Ausgrabungen aus ältester Zeit, daß die Wasserversorgung zunächst aus dem Grundwasser erfolgte.

Öffentliche und private Grundwasserbrunnen, sogenannte „Zuckbrunnen“ oder „Zucken“, dienten der Trinkwasserversorgung und auch für Feuerlöschzwecke.

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Um 1530 wurde durch Herzog „Ernst der Bekenner“ die erste „Wasserkunst“ gegründet. Diese stellte mit einer Pumpanlage und einem Röhrensystem eine Oberflächenwasserversorgung aus der Aller dar, die letztlich bis in unser Jahrhundert hinein Bestand hatte.

Vorrang hatte die Versorgung des Schlossbezirks. Für die Stadtbevölkerung standen zwei, später drei öffentliche Brunnen, „Pipenposten“ genannt, zur Verfügung. Sie liefen ständig und dienten neben der Trinkwasserversorgung sowie der Stadtreinigung auch als Viehtränke. Außerdem waren sie wichtig zur Feuerbekämpfung.

Gegenüber dem Grundwasser hatte das Flusswasser viele Vorteile. Es war leichter verfügbar, wegen des großen Regenanteils weicher (kalkärmer), eisenärmer und daher geschmacklich besser als Grundwasser. Besonders profitierte davon zunächst in Celle die reiche Zunft der Bierbrauer, zu der ein jeder, der auf sich hielt, gehören wollte. Diese Bürger erhielten eigene Anschlussleitungen mit einheitlichen Schiebern, die zur Wasserentnahme nur vom Brunnenmeister geöffnet werden durften.

Am Anfang wurde das Flusswasser der Aller an der Rathsmühle entnommen. Vermutlich wurde ein Schöpfwerk mit Pferden betrieben, das das Allerwasser in höher gelegene Behälter beförderte. Die Verteilung erfolgte zunächst durch Holzrinnen, die in Stockwerkshöhe über die Straßen geführt wurden. 1639 wurde die Wasserkunst erneuert. Gegenüber der Rathsmühle entstand ein zweistöckiger Wasserturm.

Ein großes Wasserrad trieb vier Pumpen an, die das Wasser in einen Hochbehälter leiteten und für reichlichen und gleichmäßigen Zufluss in die Stadt und in den Schlossbezirk sorgten.

Zu Beginn floss das Wasser an die Entnahmestellen durch ausgebohrte Baumstämme – „Holzpipen“ – genannt, später auch durch Bronzerohre, manchmal auch durch kupferne und eiserne und im 19. Jahrhundert auch durch Tonröhren.

Der Verlust unterwegs war durch die geringe Dichtigkeit der Materialien und ihrer Verbindungen allerdings erheblich.

Die Versorgung mit Oberflächenwasser der „Wasserkunst“ bestand in Celle bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Das Pumpenhaus an der Aller wurde durch den Bau des Wasserwerks in Garßen überflüssig und abgerissen. Das Röhrensystem der alten Wasserkunst wurde allerdings mit Hilfe einer Pumpe in der Rathsmühle zunächst als Brauchwasserleitung in das neue System integriert und versorgte noch längere Zeit die öffentlichen Brunnen, die zu Feuerlöschzwecken dienenden Notpfosten und eine Anzahl von Privathäusern, ehe die Aera der jahrhundertelang bewährten „Wasserkunst“ endgültig zu Ende ging.

Wasserwerk Garßen

Nachdem in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts der norddeutsche Raum von folgenschweren Cholera- und Typhus-Epidemien heimgesucht worden war, sahen sich die Celler Stadtväter veranlasst, die mit Allerwasser gespeiste „Wasserkunst“ durch ein zentrales Grundwasserwerk zu ersetzen. Die Bevölkerung sollte hygienisch einwandfreies Wasser bekommen.

Bei Probebohrungen stieß man in den Dammaschwiesen auf Wasser von einwandfreier Beschaffenheit in leider nicht ausreichender Menge. Dagegen gab es in Westercelle reichlich Wasser, das aber wegen der chemischen Zusammensetzung nicht als Trinkwasser genutzt werden konnte. Ein Bohrloch in Vorwerk ergab ebenfalls wasserführende Schichten. Weitere Untersuchungen wurden aber nicht vorgenommen, weil zwischenzeitlich durch Zufall ein großes Grundwasserreservoir in der Nähe des Dorfes Garßen entdeckt worden war.

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Eine dort ansässige Dampfziegelei konnte seit mehreren Jahren nicht mit dem Wasserandrang fertig werden. Täglich musste aus der Tongrube Wasser abgepumpt werden. Tonschichten waren bei Arbeiten durchbrochen worden, und das darunterliegende Grundwasser hatte die gesamte Anlage unter Wasser gesetzt. Weiterführende Bohrungen ergaben, daß sich unter nahezu undurchlässigen Ton- bzw. Lehmschichten vom „Heidegebirge“ reichlich abströmendes Grundwasser in hervorragender Qualität sammelte.

Daraufhin beschloss der Magistrat am 3. Mai 1900 den Bau des Celler Wasserwerks in Garßen. 750 000 Goldmark wurden für den Bau veranschlagt. Im Sommer 1900 wurden fünf Brunnen bis zu einer Tiefe von 50 m abgeteuft, die Rohwasserleitungen verlegt und eine Filteranlage erbaut, die vorrangig der Enteisenung des Wassers diente.

Die im neu erbauten Maschinen- und Generatorenhaus installierten Generatorgasmotoren und Pleugerkolbenpumpen konnten zur Inbetriebnahme am 1. Dezember 1900 bereits 90 Kubikmeter Rohwasser pro Stunde fördern.

Gleichzeitig mit dem Bau des Wasserwerks erfolgte die Verlegung einer Gußrohrhauptleitung mit einem Durchmesser von 200 mm vom Wasserwerk zum höchsten Punkt Celles. Dort wurde ein 32 Meter hoher Wasserturm gebaut mit einem Fassungsvermögen von 400 m³. Die Arbeiten an den Rohrleitungen in allen Hauptstraßen und die Hausanschluß-Installationen wurden ebenfalls noch im Jahr 1900 fertig, so dass den Celler Bürgern am Heiligabend 1900 eine gesunde Wasserversorgung zum Geschenk gemacht werden konnte.

Entwicklung des Wasserwerkes Garßen

Im ersten Jahr der Wasserförderung wurden 10.000 m³ Wasser gefördert. Der Wunsch nach mehr hygienisch einwandfreiem Wasser stieg sprunghaft. Deshalb erfolgte bereits im Jahr 1906 die Verlegung einer zweiten Gußrohrhauptleitung. Sieben weitere Brunnen wurden bis 1911 abgeteuft und ermöglichten eine Gewinnung von 400 m³ Wasser pro Stunde. Das erste Filterhaus mit offenen Filtern wurde 1911 durch eine Anlage zur Ausfilterung von Eisen, Mangan, Schwefelwasserstoff und Kohlensäure in einem geschlossenen Gebäude ergänzt. Der Durchsatz wurde erheblich gesteigert. Gleichzeitig wurde die Wasserförderung auf elektrische Energie umgestellt. Das Wasserwerk konnte zu dieser Zeit bereits rund 500.000 Kubikmeter an Reinwasser im Jahr fördern. Nach und nach wurden neun unbrauchbar gewordene Brunnen durch neue ersetzt.

 

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Das Maschinenhaus musste 1926 erweitert werden, weil für die Rohwasserförderung eine Kreiselpumpe eingesetzt wurde. Ein weiterer Druckstrang wurde 1930 verlegt. Im gleichen Jahr wurde bereits 1 Million Kubikmeter Wasser gefördert. Nachdem die Wasserförderung durch verschiedene Maßnahmen bis 1939 auf 2 Millionen erhöht werden konnte, war der Neubau einer größeren Filteranlage notwendig geworden. Das alte Filterhaus aus dem Jahr 1900 wurde abgebrochen, und die Filterbecken wurden zu Reinwasserbehältern umgebaut. Erste Unterwasserpumpen konnten 1941 eingebaut werden.

Obwohl der Krieg die Wasserversorgungsanlagen weitgehend verschont hatte, war eine ordnungsgemäße Versorgung nach dem Krieg kaum noch möglich, weil die Einwohnerzahl um 70 % zugenommen hatte. Daher wurde 1949 mit dem Bau einer 12 km langen Druckleitung begonnen. Die Dörfer Garßen, Bostel und Altenhagen konnten an die neue Leitung angeschlossen werden. Der Umbau des Inneren des Maschinenhauses sowie der Filteranlage vergrößerten bis 1953 die Wasserförderungskapazitäten weiter auf rd. 4 Millionen m³ pro Jahr.

In den folgenden Jahren wurden weitere Brunnen und Speicherbehälter gebaut: Im Jahr 1960 wurde ein zweites Filterhaus für eine Enteisenungsleitung von 500 m³/h gebaut. Im darauffolgenden Jahr wurden zur Messung und Kontrolle der Wasserstände 30 Flachbrunnen sowie 8 Pegelbrunnen gebohrt. Im Jahr 1974 wurde mit der Erschließung des Fördergebietes Arloh mit zwei rd. 70 m tiefen Brunnen begonnen. Die Aufbereitungskapazität wurde 1989 durch ein drittes Filterhaus um 30 % erhöht.

Mitte der 90er Jahre erfolgte der totale Umbau des alten Maschinenhauses. Es wurde mit neuer Steuerungstechnik ausgestattet und erhielt einen Informationsraum für Besucher.

Großen Aufwand verursachte zu dieser Zeit der Bau einer Spülwasserfiltrationsanlage. Hier wird das Wasser aus den Schlamm-Absetzbecken gefiltert, bevor es in den Vorwerker Bach geleitet wird.

In den Jahren 2000 bis 2006 erfolgte der Neubau der Niederspannungsverteilung und der Pumpenregelung sowie der Neubau einer Druckerhöhungsstation in Bostel. Im Jahr 2005 wurde im Rahmen der Vorarbeiten zum neuen Wasserrecht ab 01.01.2011 die geologischen Informationen durch 36 Drucksondierungen und durch 10 Bohrungen mit geophysikalischen Bohrlochmessungen verdichtet sowie das Messstellennetz für das Wasserwerk Garßen um 16 Grundwassermeßstellen erweitert. Im Jahre 2007 erfolgte die Außerbetriebnahme des Wasserturms und dessen Aufgabenübernahme direkt vom Wasserwerk Garßen.

Heute, 110 Jahre nach den ersten Anfängen, können mit 16 Brunnen stündlich 1.600 m³ Wasser gefördert werden bei einer Aufbereitungskapazität von 1.500 m³/h. Drei Reinwasserbehälter mit insgesamt 10.000 m³ Inhalt und ein leistungsstarkes Notstromaggregat gewährleisten die Versorgungssicherheit. Die Reinwasserförderung stieg von 193.000 m³ im Jahr 1901 (rd. 20.000 Einwohner) auf rd. 5,5 bis 6,1 Mio. m³ pro Jahr.

Ein idyllisches 136 km² großes Wasserschutzgebiet rund ums Wasserwerk stellt zusätzlich sicher, dass die Celler Bevölkerung auch in der Zukunft mit erstklassigem Trinkwasser versorgt werden kann.

Der Wasserturm

Der Wasserturm im Hehlentorgebiet feierte im Jahr 2010 bereits seinen 110. Geburtstag.

Er wurde damals 1900 an Celles höchstem Punkt, an der jetzigen Straße „Am Wasserturm“, errichtet und besaß eine Höhe von 32 m. Der Wasserturm diente mit einem Fassungsvermögen von 300 m³ im unteren Behälter der Druckerhöhung und dem Druckausgleich der tiefer liegenden Verbraucher, während er mit einem oberen Behälter von 100 m³ der Druckerhöhung für höher liegende Wasserkunden zur Verfügung stand.

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1963 wurde der Wasserturm umgebaut. Der obere Behälter wurde entfernt, der untere 300 m³ fassende auf die Höhe des entfernten Behälters angehoben und untermauert. Durch Einbau eines Aufsetzrings wurde das Fassungsvermögen auf 430 m³ erhöht. Der obere Teil wurde mit Leichtmetall-Spezialprofilen verkleidet.

Der Wasserspeicher im umgebauten Wasserturm diente seit dem Umbau als Druckausgleich für das Versorgungsnetz, zur Steuerung der Wasserwerkspumpen und als Reserve für Notfälle, wie z. B. bei Rohrbrüchen.

Den Cellern war der blanke Wasserturm ein lange vertrauter Anblick, als ein gewaltiger Sturm im Sommer 1997 Teile der Metallverkleidung in der ganzen umliegenden Gegend verstreute. Seit einer gründlichen Renovierung der Außenfassade im darauffolgenden Jahr zeigt sich der Turm in neuer/alter Schönheit, denn bei der Reparatur wurde auch das zwischenzeitlich verkleidete Backsteinmauerwerk im unteren Bereich mit dem Stadtwappen wieder freigelegt.

Seit 2007 ist der Wasserturm außer Betrieb. Seine Aufgaben werden seitdem direkt vom Wasserwerk Garßen übernommen.

Wassergewinnung und Aufbereitung

Im Wasserwerk Garßen wird Grundwasser aus dem 2. Stockwerk zur Aufbereitung genutzt. Zur Zeit werden 16 Brunnen zur Wasserentnahme herangezogen, 13 sind in der Nähe des Wasserwerks niedergebracht. Die restlichen 3 Brunnen liegen 5 km außerhalb im Gebiet Arloh. Es handelt sich ausschließlich um Vertikalbrunnen. Sie sind bis zu 70 m tief und fördern zwischen 50 und 200 m³/h Wasser.

Das geförderte Rohwasser hat fast Trinkwasserqualität. Rohwasser aus Tiefbrunnen ist häufig sehr sauerstoffarm. Es hat beim Durchfließen der Bodenschichten unter anderem Eisen, Mangan und Kohlensäure gelöst. Diese keineswegs gesundheitsschädlichen Stoffe sind jedoch unerwünscht. Carbonate und Oxyde des Eisens und Mangans können Ablagerungen in den Rohrleitungen bilden und braune Flecken in der Wäsche verursachen. Das Wasser wird deshalb in der Trinkwasseraufbereitung von Eisen und Mangan befreit.

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Dazu wird das Wasser belüftet. Die unerwünschten Gase Kohlensäure und Schwefelwasserstoff werden ausgetragen. Durch den eingetragenen Sauerstoff wird das gelöste Eisen und Mangan in unlösliche Verbindungen überführt, die abfiltriert werden können. Gleichzeitig erhält das Wasser einen guten, erfrischenden Geschmack. Das aus dem Belüftungsraum kommende Wasser wird auf die Filterkammern geleitet.

Im Kiesfilter sickert es abwärts, wobei die in der Belüftung ausgeflockten Eisen- und Manganverbindungen vom Kies zurückgehalten werden. Das Wasser verlässt den Filter durch Öffnungen am Boden.

Es gibt 3 Filterhäuser im Wasserwerk. In jedem Filterhaus sind 5 Betonkammern installiert. Jede dieser Kammern verfügt über eine Aufbereitungsleistung von 100 m³/h, so dass insgesamt bis zu 1500 m³/h Trinkwasser aufbereitet werden können.

Das gefilterte Rohwasser läuft mit natürlichem Gefälle in die Reinwasserbehälter. Reinwasserbehälter haben die Aufgabe, die für die Wasserversorgung erforderlichen Wassermengen zu speichern und damit

• den Unterschied zwischen Wasserzufluss und Wasserabgabe auszugleichen

• Verbrauchsspitzen abzudecken

• einen Vorrat zur Überbrückung von Betriebsstörungen sowie zur Brandbekämpfung bereitzustellen. Die Reinwasserbehälter im Wasserwerk Garßen können 10.000 m³ speichern. Vom Reinwasserbehälter fließt das Wasser zu den Speisepumpen des Versorgungsnetzes.

Was passiert mit dem Rest?

Die im Filter zurückgehaltenen Eisen- und Manganverbindungen setzen nach einiger Zeit die Hohlräume zwischen den Kieskörnern zu. Der Filter wird deshalb in regelmäßigen Abständen (3 bis 7 Tage, je nach Filterhaus) durch Rückspülen gereinigt.

Die Rückspülung des Filters erfolgt vollautomatisch und dauert ca. 30 Minuten. Dazu wird der Wasserdurchfluss abgestellt. Vom Boden her wird Luft durch das Kiesbett geblasen und in Bewegung gebracht. Durch die Reibung der Körner aneinander lösen sich die abgelagerten Substanzen mechanisch. Vom Boden her eingepumptes Wasser schwemmt die abgelösten Rückstände aus.

Nach Abschalten der Luft wird der Filter mit Reinwasser klargespült. Das Filter ist wieder betriebsbereit. Dieses Schlammwasser wird in die Absetzbecken der Spülwasseraufbereitungsanlage geleitet. Eisen- und Manganschlamm setzen sich am Boden ab.

Das Spülwasser wird danach über Schwimmerausläufe zur Nachfiltration geleitet. Dadurch wird der behördlich vorgeschriebene Eisengehalt von 1 mg/l deutlich unterschritten. Das so aufbereitete Wasser wird kontinuierlich in den Vorwerker Bach eingeleitet. Am Tag fallen ungefähr 400 m³ an.
Der abgesetzte Schlamm wird mit einer Kammerfilterpresse unter Zugabe von Kalk verfestigt. Anschließend wird der Schlamm der landwirtschaftlichen Verwertung zur Verfügung gestellt und so der Natur wieder zugeführt oder dient der Schwefelbindung in Biogasanlagen im Landkreis Celle. Es handelt sich dabei um eine Menge von ca. 100 m³ Festschlamm pro Jahr.

Qualität

Die Trinkwasserverordnung wurde erlassen, um sicherzustellen, dass das Trinkwasser hygienisch einwandfrei ist und alle Anforderungen an ein Lebensmittel erfüllt. Das Trinkwasser wird mehrmals im Jahr chemisch untersucht. Eine bakteriologische Untersuchung findet alle 30.000 m³ statt. Außerdem muss das Wasser jeder neuverlegten Leitung oder nach Wartungsarbeiten untersucht werden. Insgesamt wurden im Jahr 2009 rd. 210 bakteriologische Untersuchungen durchgeführt.

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Ein besonderer Stellenwert kommt auch der Überwachung des Rohwassers aus der Brunnenförderung zu. Die Rohwasser werden entsprechend dem DVGW Blatt W 254 jährlich untersucht. Die Rohwasserproben aus den Brunnen wiesen nach der Trinkwasserverordnung außer bei den natürlich bedingten höheren Eisen- und Mangangehalten keine Grenzwertüberschreitungen auf. Diese Stoffe werden bei der Rohwasseraufbereitung im Wasserwerk entfernt.

Außerdem sind im gesamten Wassereinzugsgebiet zahlreiche Grundwassermessstellen verteilt, die eine ständige Kontrolle des Grundwasserspiegels und der Wasserqualität ermöglichen.

Die Überwachung des Trinkwassers (Reinwasser) erfolgt durch das Gesundheitsamt des Landkreises Celle. Bei den in mindestens 14-tägigen Abständen entnommenen Trinkwasserproben und den hiermit durchgeführten chemischen Untersuchungen zeigte sich, dass sämtliche Grenzwerte der Trinkwasserverordnung immer weit unterschritten wurden oder unterhalb der Nachweisgrenze lagen.
Das Reinwasser ist nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz in die Stufe 2 = weiches Wasser einzustufen.
Das zu Tage geförderte Grundwasser eignet sich daher hervorragend für eine Aufbereitung und nachfolgende Nutzung als Trink- und Brauchwasser.
Die Analyseergebnisse können auf der Internetseite der Celle-Uelzen Netz GmbH (www.cunetz.de), dem mit der Betriebsführung „Wasserversorgung“ seitens der Stadtwerke Celle beauftragten Unternehmen eingesehen werden.

Versorgung und Wasserschutzgebiet

Übersicht des Versorgungs- und Wasserschutzgebietes des Wasserwerks Garßen

Das kundenrelevante Versorgungsgebiet des Wasserwerks Garßen umfaßt das Gebiet der Stadt Celle. Weiterhin wird Wasser in das Versorgungsgebiet der SVO Energie GmbH mit Schwerpunkt der Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel geliefert. Das kundenrelevante Versorgungsgebiet der Stadt Celle ist in dem Übersichtsplan dargestellt einschließlich Leitungsnetz mit den wichtigsten Transportleitungen, Reinwasserbehältern und Druckerhöhungsstationen.

Wasserschutzgebiet zwischen Lüßwald und Celle

Das Trinkwasserschutzgebiet des Wasserwerks Garßen umfasst eine Fläche von ca. 136 km² und erstreckt sich in Fließrichtung des Grundwassers von Queloh / Starkshorn bis Celle / Vorwerk und in der Breite von Klosterhof Salinenmoor bis Habighorst.

Die Festsetzung eines Trinkwasserschutzgebietes ist eine wichtige Voraussetzung für die langfristige Wassergewinnung und den Wasserschutz. Die Aufteilung des Gebietes in 4 Schutzzonen mit unterschiedlichen Auflagen für die Nutzer des Bodens dieser Gebiete soll das Grundwasser auf Dauer vor unerwünschten Belastungen schützen. Verunreinigte Grundwasservorkommen können noch Jahrzehnte später in ihrer Nutzung entscheidend beeinträchtigt sein.

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Der überwiegende Teil des Trinkwasserschutzgebietes ist bewaldet. Landwirtschaftlich genutzte Flächen befinden sich in der Nähe einiger Siedlungsräume.

Der vorsorgende Schutz der Wasserressourcen als unerlässliche Grundlage für eine sichere, langfristige und nachhaltige Trinkwasserversorgung wird seit Jahren auch durch eine enge Kooperation mit den im Wasserschutzgebiet wirtschaftenden Landwirten sichergestellt.
Auch die Teilnahme am seit 2009 laufenden bundesweiten Forschungsvorhaben der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) zu „Konsequenzen nachlassenden Nitratabbauvermögens in Grundwasserleitern“ soll einen Beitrag dazu leisten.

Gliederung des Wasserschutzgebiets

Fassungsbereich (Zone I):

Die Zone I soll den Schutz der Trinkwassergewinnungsanlage und ihrer unmittelbaren Umgebung vor jeglichen Verunreinigungen und Beeinträchtigungen gewährleisten.

Engere Schutzzone (Zone II):

Die Zone II soll den Schutz vor Verunreinigungen durch pathogene Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Viren, Parasiten und Wurmeier) sowie vor sonstigen Beeinträchtigungen gewährleisten, die bei geringer Fließdauer und strecke zur Trinkwassergewinnungsanlage gefährlich sind.

Weitere (Zone III):

Die Zone III soll den Schutz vor weitreichenden Beeinträchtigungen, insbesondere vor nicht oder nur schwer abbaubaren chemischen oder radioaktiven Verunreinigungen gewährleisten. Sie kann in die Teilzonen III A und III B untergliedert werden.

Transport und Verteilung

Die Wasserversorung – Transport und Verteilung

Die Stadtwerke versorgen – mit Ausnahme des Stadtteils Alvern – die Kunden des gesamten Stadtgebietes und liefern Trinkwasser in das Versorgungsgebiet der SVO Energie GmbH mit Schwerpunkt Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel. Innerhalb des Versorgungsgebietes der Stadt Celle leben zur Zeit ca. 70.000 Einwohner, die aus dem Wasserwerk Garßen mit 4,9 Mio. m³ pro Jahr versorgt werden.

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Während bis zum 2. Weltkrieg hauptsächlich Graugußleitungen in den Dimensionen DN 80 bis DN 175 verlegt wurden, sind heute Kunststoffleitungen aus PVC (Polyvinylchlorid) oder PE (Polyäthylen) als Material für Verteilungsleitungen in den Dimensionen DN 80, DN 100, DN 150 und DN 200 anzutreffen.

Die Füllhöhe des Wasserturms war bis 2007 entscheidend für den statischen Wasserdruck im Rohrnetz. In höher gelegenen Gebieten wurde somit nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren der Wasserdruck geringer. Seit 2007 wird der Druckausgleich direkt vom Wasserwerk Garßen sichergestellt.

Die Ortsteile Hornshof, Scheuen und Hustedt werden über Druckerhöhungsanlagen versorgt.

Prinzipiell sind Transport- und Verteilerleitungen als Ringleitungen zusammengefasst, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Das größte Leitungsrohr hat einen Innendurchmesser von 500 mm. Bei einer mittleren Strömungsgeschwindigkeit von 1 m/s können in einer Stunde 706 m³ Wasser durch das Rohr transportiert werden.
Bei der ältesten Transportleitung DN 250 wären das unter gleichen Bedingungen „nur“ 177 m³ in einer Stunde.

Das Rohrnetz hat heute eine Länge von ca. 415 km Transport- und Verteilerleitungen. Hinzu kommen noch ca. 20.000 Hausanschlüsse mit einer Anschlußlänge von ca. 370 km sowie ca. 22.000 Wasserzähler.

Hinweis zur Streitbeilegung gem. §§ 36 und 37 VSBG (Verbraucherstreitbeilegungsgesetz)

Die Stadtwerke Celle GmbH ist zur Teilnahme an Verfahren mit Verbrauchern zur außergerichtlichen Streitbeilegung im Sinne des VSBG zu ihrem Anschluss- und/oder Versorgungsverhältnis Wasser nicht verpflichtet und nimmt daher an entsprechenden Verfahren zu ihrem Anschluss- und/oder Versorgungsverhältnis Wasser nicht teil.

Bedingungen zur Versorgung

Sie können unsere Versorgungsbedingungen (59 KB) bequem als PDF herunterladen und ausdrucken.

Für einen schnellen und reibungslosen Anschluss an das Versorgungsnetz der CU-Netz finden Sie hier einen Antrag für einen Hausanschluss (siehe Downloads).

Oder rufen Sie uns an, wir beraten Sie gern:
Für eine Versorgung in der Stadt Celle

Telefon: 0 51 41 – 16 53 00
Fax: 0 51 41 – 16 24 98

Wie die Wasserversorgung in der Stadt Celle in den ersten Jahrhunderten nach ihrer Gründung um 1290 an der Aller aussah, wissen wir nicht. Zu vermuten ist aufgrund von Ausgrabungen aus ältester Zeit, dass die Wasserversorgung zunächst aus dem Grundwasser erfolgte.
Öffentliche und private Grundwasserbrunnen, sogenannte „Zuckbrunnen“ oder „Zucken“, dienten der Trinkwasserversorgung und auch für Feuerlöschzwecke.
Um 1530 wurde durch Herzog „Ernst der Bekenner“ die erste „Wasserkunst“ gegründet. Diese stellte mit einer Pumpanlage und einem Röhrensystem eine Oberflächenwasserversorgung aus der Aller dar, die letztlich bis in unser Jahrhundert hinein Bestand hatte.
Gegenüber dem Grundwasser hatte das Flusswasser viele Vorteile. Es war leichter verfügbar, wegen des großen Regenanteils weicher (kalkärmer), eisenärmer und daher geschmacklich besser als Grundwasser.
Ende des 19. Jahrhunderts waren die Gewässer, aus denen Trinkwasser entnommen wurde, vielfach verseucht.
Im Jahre 1900 veranlasste der Celler Magistrat den Bau eines Wasserwerks in Garßen.
In Garßen bot ein großes Grundwasserreservoir gute Förderbedingungen. Noch heute wird die Celler Bevölkerung von diesem Wasserwerk versorgt. Die Reinwasserförderung stieg von 193.000 Kubikmeter (m³) im Jahre 1900 auf heute (2010) 4,7 Millionen m³. Dank ausreichender Grundwasservorkommen und der vorausschauenden Planung des Wasserwerks konnte der ständig steigende Bedarf an Trinkwasser gedeckt werden. Und die Qualität ist noch genauso gut wie vor 110 Jahren.
Da die Grundwasserströme unter waldreichen Gebieten mit wenig landwirtschaftlich genutzten Flächen verlaufen, besteht keine Gefahr, dass die Qualität des Trinkwassers durch Überdüngung beeinträchtigt wird.
Das Trinkwasserschutzgebiet umfasst eine Fläche von ca. 136 km² und erstreckt sich in Fließrichtung des Grundwassers von Queloh/Starkshorn bis Celle/Vorwerk und in der Breite von Klosterhof Salinenmoor bis Habighorst.
Vom Roh- zum Grundwasser
Das Grundwasser wird aus 16 Brunnen mit einer Tiefe von ca. 70 Metern gefördert. Dieses Wasser hat nahezu Trinkwasserqualität. Das Rohwasser löst beim Durchfließen der Bodenschichten Eisen, Mangan und Kohlensäure – Stoffe, die zwar nicht gesundheitsschädlich, aber trotzdem unerwünscht sind: Carbonate und Oxide des Eisens und Mangans bilden Ablagerungen in den Rohrleitungen, die, wieder gelöst, in der Wäsche braune Flecken verursachen können. Daher wird das Wasser in der Trinkwasseraufbereitung von Mangan und Eisen befreit. Im Wasserwerk gibt es dafür drei Filterhäuser mit jeweils fünf Filterbecken. Bis zu 1500 m³ Wasser können hier in einer Stunde aufbereitet werden.
Filterbecken
Das Wasser sickert im Kiesfilter ab. Dabei hält der Kies die Eisen- und Manganteilchen zurück. Das aufbereitete Wasser wird nun in den Reinwasserbehälter geleitet, der 10.000 m³ Wasser speichert. Bis zu 8 Pumpen können geschaltet werden, um die Celler Bevölkerung über das 420 Kilometer lange Leitungsnetz mit Trinkwasser zu versorgen.
Beste Qualität
Regelmäßige Wasserproben, chemische und bakteriologische Untersuchungen garantieren beste Wasserqualität. Wer in Celle seinen Wasserhahn aufdreht, erhält ein einwandfreies Lebensmittel. Es ist klar, farb- und geruchlos sowie hygienisch einwandfrei. Jeder kann das Wasser so, wie es aus der Leitung kommt, bedenkenlos trinken.
Heute versorgen die Stadtwerke – mit Ausnahme des Stadtteils Alvern – das gesamte Stadtgebiet sowie über die SVO Energie GmbH die Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel mit Trinkwasser. Innerhalb des Versorgungsgebietes der Stadt Celle leben zur Zeit ca. 71.000 Einwohner, die aus dem Wasserwerk Garßen mit ca. 4,7 Millionen m³ Wasser pro Jahr versorgt werden.