Rathsmühle Celle: Ein architektonisches Highlight entsteht

Welche Zukunft hat die Rathsmühle? Das fragen sich viele Cellerinnen und Celler und auch Verwaltung und Politik der Stadt haben viel darüber nachgesonnen und debattiert. Nicht zuletzt ist es ein seit langem erklärtes Ziel von Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge, dem historischen Gebäude wieder Leben einzuhauchen und damit ein Projekt, das bereits vor seiner Amtszeit viel zu lange brach lag, endlich anzuschieben. Eins ist klar: Zur alleinigen Stromerzeugung ist das prominente Ensemble an der Mühlenaller, das sich seit 2022 in Besitz der Stadtwerke Celle befindet, viel zu schade. Von daher heißt es nun: Was lange erwartet wurde, soll jetzt Formen annehmen. Es geht los mit der Umgestaltung der historischen Rathsmühle. Nach zahlreichen Gutachten und in enger Abstimmung aller Beteiligten rückt die denkmalgerechte Sanierung in greifbare Nähe. Gestartet wird mit dem ersten bedeutenden Schritt, der umfassenden Sanierung der Fassade. „Dazu gilt unser besonderer Dank den Stadtwerken Celle“, so Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge. „Ich freue mich, dass diese sofort bereit waren, das architektonische Highlight mit uns zu entwickeln. Uns ist allen bewusst, dass dieses Projekt auch eine große Herausforderung ist – sowohl architektonisch als auch finanziell.“


Blick hinter die Fassade
Grundlage der aktuellen Planungen sind umfangreiche Fassaden- und Mühlengutachten. Dabei wurde festgestellt, dass sich der Fassadenputz in einem sehr schlechten Zustand befindet und zur Rettung der Gebäudesubstanz vollständig abgetragen werden muss. Die Untersuchung brachte jedoch eine erfreuliche Erkenntnis zutage. Unter dem schadhaften Putz befindet sich das vollständig erhaltene ursprüngliche Ziegelmauerwerk des Baus aus dem Jahr 1898, das künftig wieder sichtbar gemacht werden soll.
„Und wer weiß eigentlich heute noch, wie besonders die Rathsmühle in früheren Zeiten gestaltet war“, fragt der OB. Er meint damit, dass sich die Optik des Gebäudes weit anders ausgenommen hat als heutzutage. Nigge: „Wir wollen es in Teilen wieder so herrichten, wie es einst war. Dazu gehören unter anderem zwei Eckbekrönungen. Zusätzlich ist eine imposanter Glasaufbau geplant, unter dem die alte Dachform ablesbar bleibt und eine wirtschaftliche Nutzung des Gebäudes ermöglicht. Das Ergebnis wird das Stadtbild in ganz besonderer Weise prägen.“


Nigge: „Füllhorn an Möglichkeiten“
Für den OB ist das Projekt von besonderer Bedeutung, war die zukunftsfähige Entwicklung der Rathsmühle doch eines der Versprechen, das er schon bei seinem Amtsantritt 2017 formuliert hat: „Jetzt können wir es einlösen. Noch in diesem Jahr wird mit der Sanierung gestartet. Wir haben alle Auflagen erfüllt, alle Zusagen eingeholt – auch seitens des NLD in Hannover – und werden der herausfordernden Architektur mit klugen Ideen begegnen. Die Sanierung der Fassade ist dazu der erste Schritt.“ Wie alle Beteiligten sieht Nigge in der Entwicklung der Rathsmühle enormes Potenzial. „Die Überprüfung zukünftiger Nutzungsformen hat ergeben, dass ein Füllhorn an Möglichkeiten besteht, begonnen bei Büros über Wohnen, ein Hotel oder museale Nutzung.“


NLD begrüßt Entwicklung
Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege begrüßt ausdrücklich den eingeschlagenen Weg. NLD-Präsidentin Christina Krafczyk: „Die bauhistorische Aufarbeitung der Entwicklung der Rathsmühle bis in die Nachkriegszeit seitens der Architekten und der Stadt Celle begrüßen wir sehr. Auf dieser Grundlage können die denkmalbestimmenden Elemente berücksichtigt und eine neue Nutzung sichergestellt werden.“ Auch seitens der Stadt Celle wird die historische Analyse als wesentliche Grundlage für die weiteren Planungen gesehen. „Die Aufarbeitung der Historie gibt uns wichtige Hinweise für die zukünftige Detailplanung“, so Stadtbaurätin Elena Kuhls.


Stadtwerke nehmen sich Aufgabe an
Die Stadtwerke Celle übernehmen als Eigentümerin die Sanierung und Entwicklung des Gebäudes. Geschäftsführer Thomas Edathy: „Wir nehmen uns der Aufgabe und damit auch der eingangs genannten Herausforderung an und werden – vorbehaltlich der Freigabe durch die Gremien – ein optisches und energetisches Highlight für Celle entwickeln.“
Auch aus architektonischer Sicht bleibt das Projekt in Bewegung:
„Seit der ersten Idee zur Umgestaltung entwickelte sich diese mithilfe der Gutachten stetig weiter und wird das auch mit Freilegung der Fassade künftig tun“, erklären die verantwortlichen Architektinnen Juliane Simon und Ann-Christin Wittek von der Simon & Simon Planungsgemeinschaft GmbH.


Eine städtebauliche Marke entsteht
Mit der behutsamen Restaurierung und der Einbindung aller Fachstellen entsteht ein Denkmal mit Strahlkraft und damit eine städtebauliche Marke für Celle. Und es bleibt spannend. „Welche konkrete Nutzung die Ratsmühle beherbergen wird, werden wir in einigen Monaten bekannt geben“, verspricht der OB.

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